Ostfriesische Inseln: Wangerooge

Die kleinste der Ostfriesischen Inseln bildet mit einer Fläche von 5 qkm Wangerooge ab. Das Nordseeheilbad zeigt sich dafür aber mit einem starken Besucherstrom, der Norderney bald Konkurrenz machen kann. Die autofreie Insel ist durch ihre Unkompliziertheit und Liebenswürdigkeit eine wahre Perle in der Nordsee und zieht Besucher jeden Alters an.

Wangerooge ist Erholungsinsel, Familieninsel, Aktivinsel, Gesundheitsinsel, Kulturinsel und gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, einer einzigartigen Naturlandschaft, deren Vielseitigkeit Besucher der Insel ausgiebig erleben können. Hier fühlen sich Singles, Paare, Familien mit Kindern, Senioren auf der sonnigen Wellnessseite des Lebens und entspannen wirklich vom stressigen oder monotonen Alltag.

Daten und Fakten über Wangerooge

Wangerooge ist die östlichste der sieben Ostfriesischen Inseln, die Entfernung zum Festland beträgt etwa 8 km. Sie wird auch gerne die Wanderlustige genannt, da sie sich zunehmend Richtung Osten verlagert, während im Westen Dünenabbrüche verzeichnet werden. Der Strand erstreckt sich an der Nordseite mit einer Länge von 3 km und einer Breite von 100 m. Im Weststeil finden sich zwei weitere Strände, die je 1 km lang und 500 m breit sind.

Als Einheitsgemeinde mit etwa 1305 Einwohnern gehört die Insel zum Landkreis Friesland. Unter den bewohnten Ostfriesischen Inseln ist diese die einzige, die historisch gesehen zum friesischen Jeverland und nicht zum Gebiet Ostfriesland zählt.

Der Insel Wangerooge ist das Wangerland (Wiesenland) vorgelagert, das der Insel auch ihren Namen gegeben hat. Wangerland bezeichnet eine historische Kulturlandschaft und Urlaubsregion an der niedersächsischen Nordseeküste, nördlich von Jever, im Dreieck der Orte Harlesiel, Schillig, Hooksiel. Wangerooge bedeutet wörtlich: Die zum Wangerland zugehörige Insel.

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung auf der Insel wird in das Jahr 1306 datiert und stammt aus einem Standrecht-Vertrag zwischen Bremen und dem friesischen Gau Östringen. Wie auch die übrigen Inseln wurde Wangerooge von 1350 bis 1464 von der ostfriesischen Häuptlingsfamilie tom Brok beherrscht und dann an die Cirksena übertragen.

Im 16. Jahrhundert gab es ca. 50 Häuser auf der Insel. Schwere Sturmfluten bewegten die Insulaner permanent zur Flucht, aber viele Treue kamen auch immer wieder und bauten sich alles von vorne auf. 1855 riss die Neujahrsflut die Insel in drei Teile, die Bevölkerung wurde zum großen Teil auf das Festland umgesiedelt. Die verbliebenen 82 Wangerooger nahmen den Kampf gegen die Flut und für die Insel auf und gründeten das Inseldorf 1865 neu.

Unter der Herrschaft Preußens wurde die Insel mit umfangreichen Schutzmaßnahmen wie Deiche, Buhnen und Deckwerke versehen, hinter denen vorrangig militärische Überlegungen standen. Die Insel hatte in den beiden Weltkriegen die wichtigste militärische Bedeutung von allen Ostfriesischen Inseln. Dennoch konnte die See im 20. Jahrhundert wieder ihre ungestüme Kraft unter Beweis stellen, eine schwere Sturmflut nach der anderen traf die Insel. Die letzte schwere Flut ereignete sich 1962. Heute sichern Dünen, Deckwerke und die Buhne H. die Seeseite, trotzdem verliert der westliche Strand weiterhin durch Stürme an Sand, der durch Sandabtragungen am östlichen Inselende wieder aufgefüllt wird.

1804 kam es durch die Gründung des Seebades zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Wende, die prachtvolle Bäderarchitektur bestimmt bis heute das Bild der Insel. 1823 betrug die Besucherzahl 1.800. 1975 wurde Wangerooge zum staatlich anerkannten Nordseeheilbad ernannt, das mittlerweile pro Jahr etwa 200.000 Gäste begrüßt.

Die östlichste der Ostfrisischen Inseln ist eine autofreie Urlaubsinsel und besitzt eine zauberhafte Inselbahn, mit der die Gäste vom Fähranleger am Hafen ins Inselzentrum gelangen. Diese Fahrt ist einmalig, denn der Ausblick auf Salzwiesen, Watt und Dünen stimmt auf die herrliche Insellandschaft ein. Die Bahnstrecke verläuft durch ein Naturschutzgebiet, das ansonsten nicht betreten werden kann. Auch eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten, der Weststurm, lässt sich vom Zug aus erblicken.

Anreise nach Wangerooge

Für Gäste, die mit dem Auto anreisen, verläuft die Fahrt zunächst bis zum Hafen Harlesiel. Dort finden sich auch Parkplätze und Garagen, um das Fahrzeug, sicher abzustellen. Wer mit der Bahn aus den verschiedenen Richtungen Deutschlands anreist, steigt in Oldenburg, Emden oder Norden aus und fährt dann mit so genannten Bäderbussen oder Tidebussen weiter bis zum Fähranleger Harlesiel. Die Personenfähre setzt gezeitenabhängig auf die Insel über, weshalb sich die Fahrzeiten täglich aktualisieren, siehe www.siw-wangerooge.de. Auf der ca. 50-minütigen Überfahrt können Seehundbänke gesichtet werden.

In Harlesiel bietet sich zudem die Möglichkeit, auf die Insel zu fliegen. Das dauert fünf Minuten mit den Inselfliegern der FLN - Frisia Luftverkehr GmbH Norden, welche die Insel zu jeder Jahreszeit mehrmals täglich anvisieren.

Ferien, Urlaub, Frei- und Auszeit oder Kur auf Wangerooge

Auf dem Eiland kann jeder seine Freizeit kurz oder lang verbringen, als Tagesausflug, Wochenendtrip, mehrwöchigen Urlaub in den Schulferien oder längere Auszeit in Form einer gesundheitsfördernden Kur. Die Insel bietet eine breite Palette an Unterkünften für jeden Anspruch, barrierefrei und für Gäste mit Hund. Zur Auswahl stehen gemütliche Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Vor Ort findet sich für Schulklassen und Gruppen auch eine Jugendherberge, welche direkt am Westturm liegt.

Für viele Besucher heißt es im Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu allererst: Ab an den Strand, tief Luft holen und sich unendlich freuen, angekommen zu sein. Der Strand ist das gesellige Zentrum und eröffnet Strandbereiche nach jedem Geschmack, z.B. den Bade- und Burgenstrand, den Surfstrand und den Hundestrand. Sport am Strand ist einfach genial und mit dem kostenlosen Sport-, Spiel- und Spaßangebot können Erwachsene und Kinder gleichermaßen in gesunder Bewegung bleiben. Wind- und Kitesurfen, Segeln, Kajak-Fahren, Stand-Up-Paddeling - Am Surfstrand hat Wassersport Hochkonjunktur, passendes Equipment kann ausgeliehen werden und auch Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene sind buchbar.

Relaxen, Sonnenbaden, den weiten Blick aufs Meer genießen - Das ist Badeurlaub wie man ihn sich wünscht. Strandkörbe schützen vor Wind und Sonne und bieten eine heimelige Privatsphäre.

Aktiv in der Natur unterwegs zu sein, macht auf Wangerooge jeder Generation große Freude. Beim Reiten, Joggen oder Radeln lässt sich die Insel sportlich erkunden. Geführte Wattwanderungen sind ein unvergessliches Erlebnis und bringen den besonderen Naturraum Wattenmeer mit seiner artenreichen Pflanzen- und Tierwelt näher. Die Zugvögeltage im Herbst gehören zu den absoluten Highlights für die Gäste.

Die familienfreundliche Insel wartet mit speziell auf Kinder und Jugendliche verschiedener Altersklassen zugeschnittenen Erlebnis-Angeboten, es finden sich Spiel- und Abenteuerplätze und auch an die Babys ist gedacht. Gemeinsam oder Eltern und Kinder für sich - auf der Insel lässt sich alles bestens organisieren.

Entschleunigung, Heilung, Wellness, Thalasso - Das Nordseeheilbad Wangerooge mit langer Tradition setzt auf Meer und mehr. Thalasso besteht aus vielen Bausteinen, darunter freies Atmen in der gesunden Luft, entspannendes Yoga, Qigong, sanfte Bewegung am Strand, Anwendungen mit natürlichen Schätzen wie Meersalz, Algen, Schlick und Schlamm. Daneben ist die klassische Physiotherapie ein wesentlicher Bestandteil im Gesundheitsprogramm.

Kreativität stellt ebenfalls eine Form der Entspannung dar. Mit den eigenen Händen etwas schaffen oder auf den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen kreative Künstler erleben, gehört auf Wangerooge zum abwechslungsreichen Urlaub dazu. Alle können mitmachen, es gibt Workshops, Kurse, Chöre, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen. Zwischendrin, vorher oder nachher lässt man es sich in einem der Restaurants, Cafés oder Bars kulinarisch so richtig gutgehen. Die tragen auf Wangerooge interessante Namen wie Café Pudding, Giftbude oder Düne 17. In charmanten Lädchen erfährt Shopping eine neue Dimension.

Heiraten auf Wangerooge

Die Stufen zur Glücksseligkeiten können auf der verträumten Urlaubsinsel im wahrsten Sinne des Wortes erklommen werden, denn hoch oben im Alten Leuchtturm finden standesamtliche Trauungen statt. Ein Leuchtturm zeigt im Dunkeln, bei Wind und Wetter den Weg und hat somit auch eine große Symbolkraft für die Ehe. Zusammen mit dem einzigartigen Ambiente kann der Bund fürs Leben gar nicht schöner geschlossen werden. Auch kirchliche Trauungen sind auf Anfrage möglich. Weiterhin stehen für die kleine oder große Hochzeit romantische Locations zur Verfügung.

Brauchtum/Besonderes auf Wangerooge

Ostfriesische Bräuche werden auf der Ostfriesischen Insel intensiv gelebt und gefeiert. Angefangen bei der berühmten Teezeremonie über Osterfeuer bis zur Volkstanzgruppe, die den Besuchern der Insel Lieder, Geschichten und Bräuche vermittelt.

Leben auf der Insel, Geschichte, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer - Museen, natur- und inselkundliche Radtouren oder ein Plausch mit den Insulanern eröffnen die spannende Welt von Wangerooge.