Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Bereits seit dem Jahr 1986 ist das Wattenmeer vor der niedersächsischen Nordseeküste als Nationalpark geschützt. Mittlerweile wurde die Fläche auf etwa 345.000 Hektar erweitert und gilt damit als zweitgrößter deutscher Nationalpark. Seit 1993 darf sich das niedersächsische Wattenmeer auch UNESCO-Biospährenreservat nennen. Im Jahr 2009 wurde das Wattenmeer als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichnet und gilt seit diesem Zeitpunkt als weltweit einmalige Naturlandschaft.

Das Wattenmeer erstreckt sich von den Niederlanden über die Küsten Niedersachsens und Schleswig-Holstein bis nach Dänemark. Entlang der niedersächsischen Küste ist die landseitige Grenze etwa 260 Kilometer lang. Dabei reicht der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer von der niedersächsischen Küste zwischen der Grenze zu den Niederladen am Dollart bis zur Elbmündung bei Cuxhaven.

In Niedersachsen umfasst das Wattenmeer die ostfriesische Küste inklusive Inseln, den Jadebusen und die Nordseeküste des Cuxlandes. Die einzigartige Küstenlandschaft konnte durch das Wirken von Ebbe und Flut entstehen. Ebbe und Flut bewirken, dass zwei Mal am Tag ein 10.000 Quadratkilometer großes Feuchtgebiet zum Vorschein kommt. Es zeigt sich ein ausgedehntes System aus großen Wattströmen und kleinen Prielen mit weiten Wattflächen. Dazwischen lassen sich Muschelbänke und Seegraswiesen entdecken. Salzwiesen im Deichvorland und den Halligen und auf Inseln wechseln sich ab mit weißen Stränden und herrlichen Dünen.

Die Landschaft ist vielseitig. Und diese Vielseitigkeit des Wattenmeers ist Lebensraum von Tausenden von Tier- und Pflanzenarten. Millionen von Zugvögeln haben im Wattenmeer einen Zwischenstopp und Rastgebiet gefunden. Bei Ebbe, wenn sich das Meer zurückzieht, wird die Artenvielfalt sichtbar. Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe und Wattschnecke sind im Wattenmeer zuhause. Die einzigartige Vielfalt des Wattenmeers lässt sich am besten während einer geführten Wattwanderung entdecken. Die größeren Bewohner des Wattenmeers können in der Seehundstation Nationalpark-Haus in Norden-Norddeich besucht werden.

Urlaub im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Die geführten Wattwanderungen zwischen den Ostfriesischen Inseln und dem Festland sind ein Highlight in jedem Urlaub. Einen guten Blick über das Wattenmeer ist auf einer Radtour auf den Deichen möglich. Viele verschiedene Radtouren entlang der Küsten sind ausgewiesen und bei Urlaubern sehr beliebt.

Ganz gleich, ob man das Wattenmeer zu Fuß oder mit dem Rad erkunden möchte, die Entdeckungstour sollte abseits der Ostfriesischen Inseln möglichst am UNESCO-Weltnaturerbe "Wattenmeer Besucherzentrum" in Wilhelmshaven beginnen. Hier erhält der Besucher faszinierende Einblicke in den einzigartigen Lebensraum. Urlauber finden jedoch auf den Inseln regelmäßige Termine für Führungen durch das Watt, bei denen Sicherheit und Infomation an erster Stelle stehen.

Lernen im Nationalpark

Lernen? Darunter versteht sich nicht das klassische Schulbank drücken. Ganz im Gegenteil handelt es sich darum, mit matschigen Füßen durchs Watt zu maschieren und die Bewohner persönlich kennenzulernen.

Im Nationalpark muss sich jeder Besucher an Regeln halten. Vieles ist erlaubt, einiges aber auch verboten. Es geht grundsätzlich darum, die natürlichen Lebensräume inklusive der Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. Auf der anderen Seite soll den Besuchern die einmalige Natur nähergebracht werden. Mensch und Natur, Schutz und Nutzung - das Miteinander ist im Nationalpark-Gesetz geregelt. Selbstverständlich muss kein Besucher des Nationalparks den Gesetzestext in- und auswendig kennen, bevor er den Park betritt. Grundsätzlich genügen einige einfache Regeln sowie rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Tieren, Pflanzen und Menschen, die das einzigartige Naturerlebnis im Nationalpark suchen. Der Besucher sollte:

  • aus dem Park mitnehmen, was er hineingetragen hat,
  • nichts aus dem Park mitnehmen, was von Natur aus dorthin gehört,
  • Hunde dürfen mit, müssen jedoch immer angeleint sein,
  • keinen Lenkdrachen im Park fliegen lassen, denn dieser bedeutet für Vögel eine Vogelscheuche,
  • Schilder und Hinweise beachten, die auf ein besonders geschütztes Gebiet hinweisen (sie stehen da aus gutem Grund),
  • auf zugelassenen und markierten Wegen bleiben.

Der Besuch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist ein besonderes Erlebnis, welches lange in der Erinnerung bleiben wird. Zu jeder Jahreszeit ist es ein Genuss, die einzigartige Natur im Nationalpark zu erleben.